Kunst im öffentlichen Raum
City Bremen
You create Space!
Digitale Collage auf Aluminium
2024
Größe: 400 x 300 cm
Ausgehend von der Tradition der Litfaßsäule werden die Säulen in der Bredenstraße und ab Juni in der Martinistraße für zwei Jahre zu temporären Ausstellungsflächen im öffentlichen Raum. Als frei zugängliche Kunsträume im Herzen der Stadt verbinden sie künstlerische Produktion mit urbaner Alltagswahrnehmung.
Aus 40 eingereichten Entwürfen wählte eine Jury sieben künstlerische Positionen aus, die bis März 2025 jeweils für zwei Monate präsentiert werden.
Interview mit dem Literaturhaus:
Was ist das Besondere an dieser Arbeit?
In meinen Arbeiten ist es mir besonders wichtig, historisch-gesellschaftliche Ereignisse und ihre Zusammenhänge, sowie ihre Relevanz und Resonanz in der Gegenwart aufzuspüren und bildnerisch umzusetzen.
Was macht Kunst im öffentlichen Raum für dich aus?
Im öffentlichen Raum triff man auf Kunst ohne sie zu erwarten oder ohne sie als „Kunst“ wahrzunehmen. Im besten Falle entsteht ein Irritationsmoment, der den flüchtigen zufälligen Betrachter / Betrachterin aus seiner / ihrer täglichen Routine holt und zum Nachdenken anregt. Nicht vorhersehbare Begegnungen können dadurch entstehen. Kunst im öffentlichen Raum ist demokratisch und für eine breite Öffentlichkeit zugänglich, unabhängig von sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Unterschieden.
Was interessiert dich am Medium der Litfaßsäule?
Das Medium Litfaßsäule war in seinem Ursprung ein Wissensspeicher. Die alten Nachrichten, Ankündigungen und Werbeplakate wurden einfach mit neuen Informationen übereinander plakatiert. Durch Wind und Wetter oder durch Vandalismus werden dann alte Schichten freigelegt, die sich dann optisch mit den neuen Plakaten verbinden und so zu einer Collage / Decollage im Stadtraum werden.
Dieses Prinzip der Collage / Decollage nutze ich als künstlerische Strategie. Innerhalb meines Bildraumes gibt es diverse Schichten von Bildern. Sie können wie archäologische Stratigrafien gelesen werden, der Schichtenkunde, mit dem Fundhorizonte analysiert und datiert werden. Es sind Aneignungen aus der Kunstgeschichte, aus den Medien, Fundstücke aus dem Netz, sowie eigene Bilder, die während mehrerer Rechercheaufenthalte entstanden sind.